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Tierqual im LPT

In Hamburg Neu Wulmstorf-Mienenbüttel befinden sich die Versuchslabore des „Laboratorium für Pharmakologie und Toxikologie“ (LPT). Waren früher auf der Internetseite www.lpt-pharm-tox.de unter „Services“ noch knappe Informationen zu den Tierversuchen und deren Art und Weise zu finden, so ist jetzt dieser Bereich passwortgeschützt. Ebenso abgeschottet sind die Außengehege der Beagle, die dort ihr Dasein fristen müssen. Man sieht sie nicht mehr, aber man hört ihr Weinen. Hinter den Mauern des Anwesens werden zusätzlich noch tausende Affen, Schweine, Mäuse, Fische und mehr gequält. Ihnen werden Medikamente und Giftstoffe auf alle erdenkliche Arten injiziert und während sie qualvoll leiden und sterben, erheben die „Wissenschaftler“ ihre Daten. Lebend verlässt keines der zahlreichen Tiere die Labore.

Entsorgt werden die Leichen von der Firma Renco. Es handelt sich dabei um eine Entsorgung der Kategorie 1 – Sonderabfall, der auf Grund von Krankheiten und Giftstoffen nicht wiederverwertet werden darf. Die Leichen und Leichenteile werden zu Tiermehl verarbeitet, das im Anschluss verbrannt wird, nicht unbedingt im eigenen Haus, sondern beispielsweise in Biogasanlagen. Ob das so gesund für die Umwelt ist, lassen wir mal dahin gestellt.

Vor dem LPT Seit Jahren finden sich einmal wöchentlich Tierversuchsgegner vor den Toren des LPT, um gegen die grausamen Versuche zu demonstrieren. Im Januar/Februar 2015 hatte eine engagierte und weiterhin unermüdliche Tierrechtsaktivistin hinsichtlich Fragen zum Auftragslabor LPT die Mitarbeiterin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV), Frau Dr. Soltau, kontaktiert und Kostenermäßigung wegen öffentlichen Interesses erbeten.

Nachdem ihr von Frau Dr. Soltau mitgeteilt worden war, die Anzahl ihrer Unterstützer würde nicht zur Anerkennung öffentlichen Interesses ausreichen, wurden Petitionen bei Change und Care (zusammen ca. 3.500 Unterschriften) erstellt, mit denen sie direkt bei Frau Dr. Soltau vorsprach und unmissverständlich Auskünfte über das LPT und die Anerkennung des öffentlichen Interesses hierfür erbat.

Die Fragen wurden im nachfolgenden Verfahren nur ausweichend beantwortet. Alle wichtigen Punkte ließ Frau Dr. Soltau wegen angeblicher Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse unbeantwortet, scheute sich aber dennoch nicht, eine erhebliche Kostenrechnung aufzumachen.

In Anbetracht der anhaltenden Verweigerungshaltung von Politik und Behörden sahen sich Bettina Jung, Karl-Heinz Greve und weitere Engagierte vor zehn Monaten gezwungen, politisch tätig zu werden. Unsere Petition mit ca. 34.000 Unterschriften, in der wir Auskunft hinsichtlich aller in Hamburg stattfindenden Tierversuche fordern, richtet sich deshalb an die politische „Vorgesetzte“ der Genehmigungsbehörde, Senatorin Prüfer-Storcks, und lässt keine Versteck- oder Ausweichmöglichkeiten mit dem Vorwand der Betriebs- und Firmengeheimnisse zu.

Die Reaktion der Senatorin ist bestenfalls armselig zu nennen. Schon nach einem Monat hatte die Petition über 15.000 Unterzeichner, eine Bitte um Terminvereinbarung zur Übergabe ignorierte Frau Prüfer-Storcks hartnäckig. Auch auf einen „Offenen Brief“ vom 29.08.15 reagierte sie mit Schweigen.

Erst, als wir per Einschreiben/Rückschein im September bei der Senatskanzlei um einen Termin nachsuchten, erfolgte eine Reaktion. Nicht aber von ihr selbst, es meldete sich Herr Dr. Buschhausen-Denker von der BGV, und dies in unglaublicher Weise: Er vermischte beide Petitionen zu einer und glaubte, damit alles erledigt zu haben! Auch war er der Ansicht, „ein Großteil der aktuellen Petitionszeichner sei auch damals dabei gewesen“ Damals ca. 3.500 und heute bald 34.000 – bei diesem Rechenexempel ließ der Herr mal eben so ca. 30.000 Unterzeichner unter den Tisch fallen. Rechnen geht anders!

Am 07.12.15 konnten wir dann endlich die Petition mit damals 32.000 Unterschriften übergeben, allerdings nicht an die Frau Senatorin, sondern an eine dafür abgestellte Sekretärin. Da auf eine Petition in angemessener Zeit reagiert werden muss, dies jedoch unterblieb, wurde die Dame am 07.02.16 per Einschreiben/Rückschein angemahnt. Kopien der Mahnung sandten wir an Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz und den Datenschutzbeauftragten.

Herr Scholz präsentierte uns die Kopie eines Schreibens des BGV, das angeblich am 22.12.15 an Karl-Heinz Greve versandt worden sei. Dieses Schreiben hat seinen Empfänger nie erreicht und war bislang unbekannt. Anfang März „kündigte“ die Behörde ein weiteres Schreiben an, datiert auf den 22.02.16. Dieses Schreiben traf im März bei Karl-Heinz Greve ein, wurde von ihm jedoch ungeöffnet zurück geschickt. Mit der Datierung und dem Versandt der Ausgangspost scheint die BGV jedenfalls massive Probleme zu haben. Und man muss sich ernsthaft Fragen, mit welcher Kompetenz diese Behörde Tierversuche im großen Stil genehmigt.

Am 05.03.16 wurde im Zuge einer Kundgebung, organisiert von Bettina Jung und Karl-Heinz Greve (Bundesvorsitzende und Vorstandsmitglied der Partei ETHIA), Strafanzeige gegen die genehmigende Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, vertreten durch den Leiter Herrn Dr. Gregor Buschhausen-Denker, bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingereicht.