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Ponykarussel auf dem Hamburger DOM – Eine Chronologie

Tierrechtsaktivisten auf dem Hamburger DomSeit mehreren Wochen wird auf dem Hamburger DOM vor dem Ponykarussel „Reitsalon Alt Wien“ von Tierschützern und -rechtlern der Tierrechtsinitiative Hamburg friedlich demonstriert. Es werden Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt, damit keine weitere Zulassung des Fahrgeschäfts für den Hamburger Dom erfolgt. Moniert wurde dies von der Bild Hamburg, die sich in einem Artikel vom 18. März völlig unverständig über die Tierschützer ausließ.

Tierrechtsaktivisten auf dem Hamburger DomDas friedliche Vorgehen der Demonstranten ist dem Betreiber, Stefan Kaiser, natürlich ein Dorn im Auge. Und so ging er am 20. März auch auf die Demonstranten zu, pöbelte sie an, provozierte und bedrohte sie. Unsere Bundesvorsitzende Bettina Jung war bei dem Vorfall zugegen und gab an, der Betreiber habe über eine Viertelstunde lautstark auf die Umstehenden eingeredet. Provozieren ließ sich von den Pöbeleien niemand.

Am 1. April erfolgte ein regelrechter Angriff auf die Ponys, die im Karussel ihre Runden drehten. Vier Männer, Zeugen beschrieben sie als aus dem Punkmillieu stammend, stürmten mit Flatterband auf die Manege los und umringten sie laut schreiend. Pferde und auch Ponys sind leicht zu erschreckende Fluchttiere, und so wurden die Ponys wild und waren nicht sofort zu beruhigen. Zwei Kinder wurden bei der kopflosen Flucht der Tiere verletzt, als sie aus den Sätteln glitten.

Der Betreiber Stefan Kaiser war natürlich sofort mit Anschuldigungen bei der Hand: „Das sind selbst ernannte Tierretter, die vor nichts zurückschrecken“. Bild Hamburg griff diesen Verdacht gleich auf und titulierte am 2. April: Tierschützer stürmen Ponyreiten.

Tierrechtsaktivisten auf dem Hamburger DomDas Hamburger Abendblatt äußerte sich in seinem Artikel zurückhaltender: Vier Männer stürmen Ponykarussell – Kinder verletzt. Einer der Angreifer wurde von Passanten festgehalten und konnte der Polizei übergeben werden, jedoch schweigt er beharrlich darüber, wer die Mittäter waren und welches Motiv sie hatten.

Die Partei ETHIA veröffentlichte zeitnah eine Pressemitteilung, in der der Anschlag der Täter verurteilt wurde und gleichzeitig erhebliche Zweifel bezüglich der „angeblichen“ Tierschützer angemeldet wurden.

Die Tierrechtsaktivisten sind entsetzt von diesem Angriff. Bettina Jung erklärt in aller Deutlichkeit: „Zum Thema rief mich heute Mittag die MOPO an. Ich konnte einige Informationen aus unserer gestrigen Pressemitteilung intensivieren. Niemand der uns bekannten Tierrechtsaktivisten würde Tier und Mensch und umgekehrt gefährden, wie beim Übergriff auf das Ponykarussell beschrieben wurde…“

Und weiter: „In meinen Augen kommt die einzige Aggression von Seiten des Ponykarussells, wie schon die versuchten Provokationen des Herrn Kaiser uns gegenüber deutlich machten. Nach der positiven Stimmung auch in der Bevölkerung, die der Tierrechtsinitiative Hamburg massenhaft Unterschriften für ihr Volksbegehren beschert und anlässlich des schönen BILD-Zeitungs – Berichtes zur Abschaffung dieser Bespaßung von Kindern mittels Tierleids kommt es doch gerade recht, ‚aggressive Tierschützer‘ aus dem Hut zu zaubern?!“