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Rentensteigerung um vier Prozent

Rentenerhögung
Am Montag gab das Bundessozialministerium in Berlin bekannt, dass ab 1. Juli die Renten in Westdeutschland um 4,25 %, in Ostdeutschland um 5,95 % steigen werde. Damit nähern sich die Renten in West und Ost weiterhin an. Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, die Rentner profitierten nun von der guten Arbeitsmarktlage und vom Wachstum. Die durch Umlagen finanzierte Rente bewähre sich. „Das ist eine gute Nachricht, gerade in Zeiten niedriger Zinsen.“ Der Beitragssatz bleibe in den kommenden Jahren bei 18,7 Prozent.

Es ist die höchste Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Bei einer Monatsrente von brutto 900 Euro bringt sie rund 38 Euro mehr im Westen und 54 Euro mehr im Osten. Die Erhöhung wird auch nicht durch die Preisentwicklung aufgefressen. Die Europäische Zentralbank erwartet eine Teuerungsrate von nur 0,1 Prozent in diesem Jahr.

Für 20 Millionen Rentner ist dies eine gute Neuigkeit. Nicht betroffen von der Rentenerhöhung sind jedoch jene, überwiegend alte Frauen, die eine so niedrige Rente bekommen, dass sie auf Grundsicherung angewiesen sind, oder Menschen, die wegen einer Erwerbsminderung frühzeitig das Arbeitsleben verlassen müssen und ebenfalls Grundsicherung bekommen. Für diese Gruppe ändert sich rein gar nichts, da die Rentenerhöhung auf die Grundsicherung angerechnet wird.

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, fordert daher: „Ich finde, dass das, was an gesetzlicher Rente, wo ja Beiträge gezahlt worden sind, hier an Anpassung passiert, dass da ein Freibetrag geschaffen werden muss, dass auch Grundsicherungsempfänger hier von solchen Rentenanpassungen etwas haben, oder zum Beispiel auch von der Mütterrente etwas haben.“

Dieser Forderung schließt sich ETHIA umfänglich an. Zusätzlich fordern wir in unserem Grundsatzprogramm die ersatzlose Streichung der Rentenbesteuerung. Renten besteuern heißt doppelt besteuern und ist sozial nicht vertretbar, des Weiteren eine Anpassung der Beamtenpensionen an durchschnittliche Rentenhöhen (derzeit 3:1).

(Quelle: dpa, VDK; Foto: © Angela Kraft 2016 Kraft Tierfotografie)