+ + + AfD-Hetzreden am 27.5. nur wenige Schritte vom Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes entfernt + + +

In Reflexion der gestrigen Ereignisse, der wunderbaren Solidarität zigtausender weltoffener Menschen, ist mir beim Rückzug aus den vordersten Reihen bewusst geworden, dass wir genau an unserem Standort mit der Kraft der Liebe und der Empathie auch ganz räumlich direkt ein sehr kostbares Andenken an Opfer dieses Hasses „beschützt“ haben:
Das Mahnmal für die Opfer der Sinti und Roma.
Es soll an die bis zu 500.000 Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus als sogenannte „Zigeuner“ von den Nazis ermordet wurden.
Ich habe meiner Freundin und Mitstreiterin Petra Rose, die als Sindhisa Familienmitglieder und Freunde als Nazi-Opfer zu beklagen hat und als Referentin für Menschenrechte und Holocaust sowie in der Flüchtlingshilfe tätig ist, mein Video gezeigt.
Sie hat für uns alle folgende Worte, die uns zu denken geben sollten:

Ich konnte leider nicht mitdemonstrieren, weil ich gesundheitlich nicht mehr zum Reisen in der Lage bin.
Ich wollte dir sagen, dass es eine sehr gute Idee war, uns vor diesem Mahnmal der Sindhi und Roma zu verteidigen.
Dass Ihr genau dort wart, bewegt nicht nur mich sehr und ich danke Euch von Herzen dafür.
Es ist noch vieles aus der Naziherrschaft nicht verarbeitet und dass gerade auch Beatrix von Storch dort gesprochen hat, ist besonders furchtbar.
Ihre beiden Grossväter waren sehr in den Holocaust involviert.
Der eine war Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk und hat als Verantwortlicher Finanzminister Juden, Sindhi und Roma ausgeplündert.
Dafür wurde er in den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher verurteilt.
Der andere Großvater Fürst Nikolaus von Oldenburg war Standartenführer der SA, Hitlers Sturm-Abteilung, deren Aufgabe es war, Gewalt auszuüben und Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu verbreiten.

Dass gerade diese Frau in der Nähe des Mahnmales gesprochen hat, ist besonders bezeichnend und erschüttert mich.
Ich Danke Euch von Herzen, dass Ihr Euch alle räumlich und emotional genau vor die Opfer gestellt habt. Im übertragenen und direkten Sinne!
Ich bin dankbar für jede(n) einzelne(n) der vermutlich weit über den geschätzten 25.000 Demonstrant*innen in Berlin!
Ich habe zu Gott gebetet, dass alles friedlich bleibt und so ist es geschehen.

Herzlichst Peni 🌹
(Für ETHIA gegen Rassismus und Aufstehen gegen Rechts Bettina Jung)