+ + + Wolfsabschuss von Görlitz – Jägerschaft solidarisiert sich mit Landrat + + +

Jagdgenossenschaft schickt offenen Brief an Landrat Bernd Lange

Gablenzer Jäger können nicht nachvollziehen, warum der Görlitzer Politiker wegen des Wolfabschusses angezeigt wurde.

Von Christian Köhler

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU)
© Wolfgang Wittchen

Die Anzeige gegen den Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) wegen des Abschusses eines Wolfes in der Region Gablenz – Weißkeißel – Krauschwitz, erzeugt bei der Jagdgenossenschaft Gablenz völliges Unververständnis. Lange ist Anfang Februar von der Menschen- und Tierschutzpartei Ethia mit Sitz in Hamburg in Kooperation mit der Interessensgemeinschaft „Wolf ja bitte“ und der Grünen Liga Sachsen angezeigt worden. Lange selbst stehe zu dem Abschuss.

„Unserer Meinung nach haben Sie völlig richtig gehandelt“, heißt es in dem offenen Brief, den die Gablenzer nun nach Görlitz verschickt haben. Da sich der räudige Wolf in der mittelbaren und unmittelbaren Umfeld der Gablenzer bewegte, „Haustiere auf unseren Grundstücken riss, keine Scheu vor Menschen zeigte, stellte dieser Wolf eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar“, heißt es in dem Brief weiter, den Jagdvorsteher Wilfried Paulik dem TAGEBLATT zur Kenntnis gegeben hat. Es sei die Pflicht des Landrates gewesen, die öffentliche Sicherheit in den Gemeinden des nördlichen Landkreises wiederherzustellen. Schließlich sei, so die Jäger, die Räudemilbe, von der der nun getötete Wolf befallen gewesen war, auch für den Menschen gefährlich. Die Jäger erinnern an die fast vergessene Hautkrankheit Krätze.

Erinnern möchten die Gablenzer Waidmänner darüber hinaus daran, dass die Entnahme des Wolfes auch dem erkrankten Tier selbst zugutegekommen sei. „Mit der Entscheidung, den räudigen Wolf von seinen Qualen zu erlösen, haben Sie signalisiert, dass Sie sich weiterhin zum Wohle der hier lebenden Menschen einsetzen“, richten sich die Gablenzer an den Landrat. Aus ihrer Sicht sei deshalb die gestellte Strafanzeige unberechtigt. „Unser Standpunkt ist, der Wolf hat genauso wie jedes andere wildlebende Tier seine Daseinsberechtigung. Er muss nur genauso behandelt werden wie diese, im tierschutzrechtlichen Sinne sowie bei einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.“ Die Gablenzer fordern außerdem, dass Entscheidungen zum Wolf „auf politischer Ebene nur vor Ort“ getroffenen werden sollen und nicht etwa aus der Ferne – etwa durch das Sächsische Umweltministerium oder von Organisationen außerhalb des Freistaates.

„Durch den Verlust der Scheu der Wölfe ist deren Bewirtschaftung durch Jagdausübungsberechtigte zwingend erforderlich“, meinen die Jäger weiter. Landrat Bernd Lange solle sich dafür einsetzen, eine deutschlandweite einheitliche Rechtsgrundlage dafür zu schaffen. Eine uneingeschränkte Zusammenarbeit zwischen Landnutzern, Nutztierhaltern und wissenschaftlichen Einrichtungen an der Basis sei dazu notwendig.

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Da geht wohl einigen ziemlich „der Stift“
😉

Unsere Strafanzeigen, um die sich inzwischen Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt kümmern, scheinen noch größere Wellen zu schlagen als bisher von uns angenommen.
Und neue, spannende Ausreden kommen ins Spiel!
Plötzlich ist der erschossene „Zottel“ (dessen „Räude“ vom Leibnitz-Institut nur als „Dermatitis“ identifiziert wurde – eine Hautläsion, die multiple Ursachen haben kann) brandgefährlich und ansteckend für die Menschen, die durch den Abschuss geschützt worden seien…
Kinder, Kinder – könnt Ihr Euch vorstellen, wie viele tausende Menschen im Tierschutz tätig sind, und in direktem Kontakt völlig nackte, mit Räude „verseuchte“ Straßenhunde (beispielsweise aus Rumänien) mit großem Erfolg gesund pflegen und selbst nicht erkranken?
Wie viele Tierärzte Räude behandeln und sich ebenfalls nicht anstecken?
Die Erschießung eines Wolfes aufgrund von Räude wäre weiterhin weder durch das Bundesnaturschutzgesetz noch einen deutschen Managementplan (auch nicht das sächsische!) begründbar.
Da wir allerdings auch den ausführenden Schützen in unsere Strafanzeige mit Strafantrag integrierten, hören wir die Nachtigall trampeln – im Falle des ersten offiziellen und politischen Tötungsfalles des Wolfes „Kurti“ fand sich wohl kein Jäger, der sich die Hände schmutzig machen wollte.
Es wurde umgehend kommuniziert, ein Polizist habe diese Aufgabe übernommen.
In diesem Fall ist die ausführende Person „unbekannt“…
Es bleibt spannend im Verwirrspiel um die bisher intransparenteste Erschießung eines international höchst geschützten Wildtieres im lauschigen Landstrich Görlitz.
Offenbar wünschen sich die „Schildbürger“ zudem, auch in Zukunft solch internes Gemauschel weiterführen zu können.
Wie sonst soll man diese Aussagen interpretieren:
„Die Gablenzer fordern außerdem, dass Entscheidungen zum Wolf „auf politischer Ebene nur vor Ort“ getroffenen werden sollen und nicht etwa aus der Ferne – etwa durch das Sächsische Umweltministerium oder von Organisationen außerhalb des Freistaates.“ (bju)