Wolfsfreunde zeigen Landrat an

Dieses Foto zeigt einen Wolf aufgenommen im Tier-Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald. Der Abschuss eines Wolfes im Landkreis Görlitz hat nun möglicherweise ein juristisches Nachspiel.    FOTO: Patrick Pleul / dpa

16. Februar 2018 | 12:37 Uhr
Wölfe in Sachsen

Wolfsfreunde zeigen Landrat an

Görlitz. Der Vorwurf lautet auf multiple Rechtsbrüche. Polizei nimmt Ermittlungen auf.

(rw) Ein Bündnis aus „Wolf ja bitte“, Grüner Liga Sachsen und Menschen- und Tierrechtspartei ETHIA hat Bernd Lange (CDU), den Landrat des Kreises Görlitz angezeigt. Sie werfen dem Politiker „multiple Rechtsbrüche“ in Bezug auf den jetzt vollzogenen Wolfsabschuss vor, unterstreicht Bettina Jung, Bundesvorsitzende von ETHIA im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Sie bezeichnen die jüngste Pressemitteilung des Landratsamtes, dass der Wolf fachgerecht erschossen worden sei, als Skandal. Es sei in keinster Weise nachgewiesen, dass der tote Wolf derjenige sei, der möglicherweise für die Hundeangriffe verantwortlich sei. Am Jahresende waren zwei Hunde in Krauschwitz und Weikeißel angegriffen worden. „Der Abschuss eines maximal geschützten Tieres basiert auf Vermutungen, unwissenschaftlichen Vorverurteilungen und haltlosen Schnellschüssen – im traurigsten und wahrsten Sinne des Wortes. So darf nicht weiter agiert werden. Hier ist nach dem Prinzip vorgegangen worden: ,Erst töten, dann weitersehen“, schreibt Bettina Jung. Überhaupt sei die Tötung eines unter europäischen und Bundesnaturschutz stehenden Tieres nur als letzter Weg möglich, wenn beispielsweise Menschenleben in Gefahr seien. Vorher müssten immer andere Mittel, wie die Vergrämung, zum Einsatz kommen. Bettina Jung spricht außerdem „von einem extrem intransparenten Verfahren“. Anschreiben der Wolfsfreunde an das Landratsamt nach Bekanntgabe der Genehmigung für die Entnahme des Tieres seien nicht beantwortet worden.

Bei bei der Staatsanwaltschaft Görlitz sind mittlerweile diverse Anzeigen gegen den Landrat eingegangen, bestätigt Staatsanwältin Irene Schott. Es gehe dabei um den Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutz-, das Bundesnaturschutzgesetz, gegen internationales Recht wegen des Schutzstatus des Wolfes. Auch die Polizei hat diesbezüglich die Ermittlungen aufgenommen, bestätigt deren Pressestelle in Görlitz.

Landrat Bernd Lange werde das Geschehen nicht kommentieren. Noch immer liege nichts Schriftliches vor, so Pressesprecherin Susanne Lehmann.

zum Artikel

 

Ein fantastischer Artikel der Lausitzer Rundschau, der unsere Kritik an der Tötung eines Görlitzer Wolfes vollständig abbildet.
Wir danken dafür. Wir erfahren nun auch, dass die Staatsanwaltschaft über eingegangene Strafanzeigen verfügt und vor allem, dass auch die Polizei inzwischen ermittelt.  Das Landratsamt blockiert jedoch weiterhin.

„Bei bei der Staatsanwaltschaft Görlitz sind mittlerweile diverse Anzeigen gegen den Landrat eingegangen, bestätigt Staatsanwältin Irene Schott. Es gehe dabei um den Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutz-, das Bundesnaturschutzgesetz, gegen internationales Recht wegen des Schutzstatus des Wolfes. Auch die Polizei hat diesbezüglich die Ermittlungen aufgenommen, bestätigt deren Pressestelle in Görlitz.

Landrat Bernd Lange werde das Geschehen nicht kommentieren. Noch immer liege nichts Schriftliches vor, so Pressesprecherin Susanne Lehmann.“