+ + + Appell an Bündnis 90/Die GRÜNEN von Steffen Gresch – einst Bürgerrechtler gegen die SED-Diktatur – zur Situation der Seehunde und Kegelrobben in Schleswig-Holstein + + +

Herzlichen Dank an Steffen Gresch für die Unterstützung!

Jährlich werden bis zu 500 Seehunde in Schleswig-Holstein in Verantwortung des GRÜNEN Umweltministers Dr. Robert Habeck durch Seehundjäger erschossen.

Ich war 1985 an der Seite von Peter Grimm, Ralf Hirsch und Wolfgang Templin sowie vielen anderen, bei der Gründungssitzung der nunmehr legendären „Initiative für Frieden und Menschenrechte“ in Ost-Berlin zugegen. – Aus ihr ging – Jahre später in der Zeit des revolutionären Umbruchs – das „Bündnis 90“ hervor, dessen Titel auch heute noch im offiziellen Namen der mittlerweile gesamtdeutschen grünen Partei enthalten ist.

Mit tiefstem Befremden beobachte ich seit einiger Zeit das Abrücken grüner Spitzenpolitiker vom Tier- und Artenschutz, wie etwa in Schleswig-Holstein, wo die GRÜNEN seit einigen Jahren schon sich in der Regierungsverantwortung befinden: so werden oft vermeintlich als todkrank eingeschätzte Seehunde (bis zu 500 jährlich) von unzureichend tiermedizinisch ausgebildeten Jägern an den Stränden, oder auch in Gewahrsam erschossen – mit ausdrücklicher Billigung, wenn nicht gar im Auftrage – eines dortigen grünen Umweltministers.
Eine Änderung des Jagdrechtes zu Gunsten der betroffenen Tiere scheint nicht in Sicht. Warum?
Doch damit nicht genug!
Die skandalöse Praxis macht sogar vor der geschützten Art der Kegelrobbe nicht halt – die nur mit viel Glück die schrecklichen Konsequenzen der fortschreitenden Industrialisierung und Ausbeutung der Nordsee bisher überlebt hatte.

Hier mein Appell:

Hallo Bündnis 90/GRÜNE!
Hiermit frage ich Euch: Ist bei Euch noch jemand zu Hause???
-Wofür seid Ihr eigentlich gegründet worden?
Wie grün sind DIE GRÜNEN noch?
Geht es Euch inzwischen nur noch um Klimaschutz, Elektro-Autos, und Bio-Markt-Ketten?

Soll „Tierschutz – Nein Danke“ zum zuküftigen Leitbild eurer Parteiprogrammatik gehören?
Dieser strukturellen Mißachtung des Tier- und Artenschutzes in der Nordsee – auf bundesdeutschem Hoheitsgebiet – für die ausgerechnet die schleswig-holsteinischen GRÜNEN sich zu verantworten haben – muss endlich Einhalt geboten werden!

Statt sentimental-rückblickend im Schmusekurs mit Merkel und Co. zu verharren – müssen Bundesvorstand und Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sich endlich mit dieser landespolitischen Entgleisung öffentlich auseinandersetzen und innerparteilichen Druck gegen diese pervertierte Form von -Umweltpolitik ohne Tierschutz- aufbauen!

Tierhumanität ist keine Frage des Life-Stiles.
Wie menschlich unsere Gesellschaft zukünftig sein wird, hängt auch von unserem Respekt gegenüber den Tieren ab.
Gerade weil sie dem Menschen gegenüber wehrlos sind, brauchen sie unseren besonderen Schutz!

Steffen Michael Gresch
Karlsruhe im November 2017

Zur Person:
Mein Name ist Steffen Michael Gresch. Ich bin 52 Jahre alt und lebe heute im Südwesten der Bundesrepublik.
In den 1980iger Jahren hatte ich mich oppositionell als Bürgerrechtler in der DDR betätigt.
1984 und 1985 – etwa, nahm ich an den Leipziger – unter dem Dach der evangelischen Kirche veranstalteten – ökologischen Protestwochenenden MOBIL OHNE AUTO teil.
1986 gründete ich gemeinsam u. a. mit Christoph Wonneberger und Oliver Kloss in Leipzig die ARBEITSGRUPPE MENSCHENRECHTE: Sie war die Keimzelle für den Weg in den Aufstand gegen die SED-Diktatur 1989/90 im Osten Deutschlands.
Bereits vor meiner Übersiedlung im Jahre 1987 ins Bundesgebiet, machte ich oft mit Vertretern der damals noch jungen Partei der GRÜNEN Bekanntschaft – die uns bei unserem subversiven Engagement gegen das staatssozialistische DDR-Unrechtssystem („Methode der legalistischen Subversion“) mittels Hilfe beim Aufbau und der Aufrechterhaltung öffentlichkeitswirksamer Westkontakte – tatkräftig und solidarisch unterstützten.
Wir teilten damals schon – grenzübergreifend – einen gesamtdeutschen Blick auf die politischen Verhältnisse in beiden deutschen Staaten – und verstanden uns, unabhängig der völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Voraussetzungen in Ost und West, als linke Basisdemokraten mit einem besonders sensiblen Bewusstsein für unsere Natur und Umwelt.
So gehörte für uns, und zwar ohne Wenn und Aber, auch der Schutz der Tiere vor vom Menschen zugefügtem Leid – zu den Grundfesten eines ökologisch-sozial gerechten Gesellschaftsmodells.
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