+ + + Unsere Mail an Staatsminister Schmidt (CDU/Sachsen) + + +

Angela Kraft
www.kraft-foto.de

Sehr geehrter Herr Staatsminister Schmidt,
zur Kenntnis Herrn Landrat Haring,

ich schreibe Sie als Bundesvorsitzende der Menschen- und Tierrechtspartei ETHIA und Leiterin unseres Resorts ETHIA/Wildtierschutz an.

Wie Ihren offiziellen Medienseiten zu entnehmen ist, planen Sie die „letale Entnahme“ eines Wolfes aus dem Rosenthaler Rudel.

Ich kann nur vor „Schnellschüssen“ – in diesem Falle leider wahrsten Sinne des Wortes – warnen und auf das Desaster des Falles MT 6 „Kurti“ in Niedersachsen verweisen.

Hier hat die erste Wölftötung in ministerialem Auftrag stattgefunden, die auf ähnlich schwammigem Wissen fußte und bis heute bundesweit nachhallen müsste.

Stefan Wenzel sah sich einer von uns angeschobenen Gegenwehr ausgesetzt, die zu über 150 Strafanzeigen gegen seine Person als Entscheidungsträger führte und im Nachgang zu einem inzwischen sorgsameren Herdenschutzmanagement führt, was nach den aktuellen Wahlen hoffentlich (auch durch Ihre Partei, die CDU) nicht zunichte gemacht werden wird.

Ich möchte Sie bezüglich Ihres aktuellen Vorhabens, einen Wolf des Rosenthaler Rudels schießen zu lassen, ausdrücklich warnen:

Ihre Kenntnisse über die Fakten zu den betroffenen, international geschützten Tieren, reichen in keinstem Falle aus.

Ich beziehe mich hier nicht auf die Presse, sondern auf Ihre eigene offizielle Seite

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/214194…

Sie schreiben selbst „ein oder mehrere Wölfe haben in den letzten Wochen offenbar gelernt, die empfohlenen Schutzmaßnahmen… zu überwinden“. Genau das beweist Ihr Faktisches Problem.

Sie haben kein einziges Einzeltier identifiziert sondern pauschalisieren. Dieses ist mehr als fahrläsig, wenn man den Schutzstatus des Einzel/Tieres berücksichtigt, aber auch die Nachhaltigkeit dieser geplanten Aktion.

Zudem sind Sie verpflichtet, alle bekannten Möglichkeiten zur Abwendung einer Tötung auszuschöpfen. Dies ist nicht geschehen. Mir liegen keine Kenntnisse über eine Vergrämungsmaßnahme vor, die unbedingt im Vorwege einer Tötung zur Anwendung gekommen sein muss.

Durch nicht erfolgte Besenderung – eine weitere nicht ausgeschöpfte Option – würden Sie und Ihr Ministerium als Entscheidungsträger Kenntnisse über die Einzeltiere erlangen und nachhaltig und zielgerichtet agieren können, eIne letale Entnahme vermutlich sogar nicht mehr erforderlich sein.

Ist dies überhaupt gewünscht?!

Hier stellt sich eine ganz entscheidende Frage: wie fähig sind Ihre Berater in Sachen Wolfsmanagement, wenn sie Sie auf diese Maßnahmen NICHT HINWEISEN?

Schließlich ist das definiert ihr Aufgabengebiet!

Momentan scheint Ihre Tötungsaktion „das Pferd von hinten aufzuzäumen“ – Sie planen eine Tötung um das Rudel zu „vergrämen“?

Diese Form des Agierens ist nicht nur fahrlässig und widerspricht dem gesunden Menschenverstand, sondern ebenfalls tierschutzwidrig und widerspricht allen europäischen und internationalen Anweisungen.

Herr Staatsminister Schmidt, machen Sie sich nicht strafbar und überprüfen Sie die Rechtsgrundlagen und ebenfalls die Zusammensetzung Ihrer Berater und deren Interessen.

Die Politik darf sich nicht zum Handlanger lobbyistischer Interessen machen.

In der Hoffnung auf Ihr rechtzeitiges Umdenken, verbunden mit der Bitte auf zügige Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
Bettina Jung
Vorsitzende
Menschen- und Tierrechtspartei ETHIA