OFFENER BRIEF AN DIE VERANTWORTLICHEN DES ZOOS HANNOVER


Sehr geehrter Herr Klaus Brunsing, sehr geehrter Herr Andreas Michael Casdorff, sehr geehrte Damen und Herren des Erlebnis-Zoo Hannover,

ich schreibe Ihnen in meiner Funktion als Bundesvorstandsmitglied der Menschen- und Tierrechtspartei ETHIA und als dortiger Leiter der Abteilung Zirkus.

Mit Entsetzen musste ich die heutige Ausstrahlung von „Report Mainz“ über die offensichtlichen Tierqualmethoden an kleinen Babyelefanten mithilfe von spitzen Elefantenhaken in Ihrem Zoo ansehen. Die Tatsache, dass Sie angesichts dieser Aufnahmen mit einer Äußerung „Das Tier wird geführt“ reagieren, ist an Dreistigkeit nicht zu übertreffen. Zu sehen ist, wie ein Tierpfleger einem jungen Elefanten mehrmals mit roher Gewalt den Elefantenhaken unter die Haut bohrt. Dabei schreit das Tier vor Schmerzen auf. Spurt der Elefant nicht und möchte der schmerzhaften Situation entkommen, so eilen umgehend weitere Tierpfleger herbei und versuchen den Elefanten einzuschüchtern und dessen Willen zu brechen. Bei den Vorführungen vor Publikum war ein umgehendes und ausgesprochen hektisches Erfüllen des gewünschten Verhaltens zu bemerken, was die ständige und hochgradige Stressituation der Tiere in Anwesenheit der Pfleger oder „Dompteure“ eindeutig belegt.

Das Argument, man möchte dadurch die Arbeit des Veterinärarztes bei späteren Untersuchungen erleichtern, ist wohl an den Haaren herbeigezogen. Inwiefern das Drehen auf einem Baumstamm dazu beiträgt, dass eine Untersuchung reibungsloser ablaufen kann, erschließt sich mir nicht. Stattdessen wird eine „Showeinlage“, ähnlich wie im Zirkus, eingeübt. Und das nicht um den Elefanten zu beschäftigen, sondern um Publikum anzulocken und „bei Laune“ zu halten. Eine verwerfliche Methode zur Lasten der Tiere, die einmal mehr beweist, dass es Betrieben wie Zirkussen und Zoos einzig und alleine um den Profit geht und keinesfalls um das Wohl der Tiere.

Während Hunderttausende Tierfreunde entsetzt auf die heute veröffentlichen Szenen reagieren, äußert sich Ihr Unternehmen zunächst mit einem Facebookpost. Anstatt darin anzukündigen, umgehend Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen, formulieren Sie dort sechs kurze Feststellungen. Unter anderem ist die Rede von „Wir verletzen oder quälen unsere Tiere nicht“. (https://www.facebook.com/hannoverzoo/posts/1276359529126175). Blanker Hohn wäre angesichts der Aufnahmen hier wohl noch maßlos untertrieben. Wer auf einen solchen Fall von offensichtlicher Tierquälerei mit einer Beschwichtigung dieser Art reagiert, gehört umgehend vom Dienst suspendiert.

Gegen den Zoo Hannover prüfe ich umgehend rechtliche Schritte wegen massivem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.
Noch zu erwähnen sei, dass Sie auf Ihrer Internetseite schreiben „ein viertes Jungtier wird im April erwartet“. Es bleibt nur zu hoffen, dass es bei der Erwartung bleibt und dem Tier ein entbehrungsreiches Leben in Gefangenschaft ersparrt wird.

Mit der eindringlichen Aufforderung umgehend Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen,

Simon Fischer
ETHIA/Zirkus

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