Kommentar: Nazis geben sich als Tierschützer aus

Immer wieder versuchen Menschen mit rechtsorientierter rassistischer Gesinnung, die Tierrechtsszene zu infiltrieren und für ihre Themen zu missbrauchen.

Höcker und Favorit(Höcker und Favorit: Der SS-Offizier und Adjutant des Lagerkommandanten im KZ Auschwitz Karl Höcker mit seinem Schäferhund Favorit auf einem Bild aus seinem privaten Fotoalbum. Während nebenan in Auschwitz Menschen sterben, spielen Höcker und Favorit fröhlich auf einer Wiese. Foto: U.S. Holocaust Memorial Museum)

Grundlage für diesen Kommentar ist ein Bericht auf Spiegel online: Nazis und Tierschutz – Tierliebe Menschenfeinde:

Das Schächten war schon in den Zeiten des Nationalsozialismus ein Thema, um eine bestimmte Menschen-/Religionsgruppe zu ächten. Wir sollten uns jedoch nicht nur auf eine Form des Tötens konzentrieren, denn täglich werden Tiere in Schlachthöfen mit unvollständiger Betäubung geschlachtet. Bolzenschussgeräte werden oftmals mehrfach angesetzt, weil der erste Schuss nur unzureichend betäubt hat. Grausame Handlungen in unseren Schlachthöfen finden täglich statt und können auf allen erdenklichen Internetseiten dokumentiert eingesehen werden.

ETHIA fordert in ihrem Grundsatzprogramm „ein Verbot des Tötens, insbesondere ohne voraus gegangene Betäubung, außer im Tierschutznotfall, und nicht zum Verzehr des Schlachtkörpers.“ Es spielt für das Tier keine Rolle, ob ihm bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten, oder ob es bei vollem Bewusstsein in seine Einzelteile zerlegt wird.

Das Prinzip mit der Hetze gegen ganze Völker und Nationen zieht auch heute noch, wie man allseits in den eigenen Reihen der Tierschützer und Tierrechtler sieht, was besonders erschreckend ist: wegen des Umganges mit Tieren einzelner werden ganze Nationen mit Hass und Vernichtungsgedanken überzogen, wie beispielsweise an Japan und dem Walfang, China und dem Hundefleisch zu sehen ist. Übersehen werden dabei die Menschen, die in ihrem eigenen Land mutig für das Wohl der Tiere einstehen und versuchen, zu retten, wer oder was zu retten ist.

Tierversuche waren auch im Dritten Reich an der Tagesordnung, doch ebenso wurden medizinische Versuche an inhaftierten Juden, „Zigeuner“, Kommunisten, Andersdenkenden, behinderten Menschen und, in den Augen der Nazis, „Entarteten“ ausgeübt. Ein Verbrechen an den Menschenrechten! Der vorgeschobene Tierschutz sollte lediglich eine Legalisierung einer anderen Greueltat dastellen.

Den „tierlieben“ Nazi, als den sich die damaligen Hitler-Anhänger gerne gegeben haben, hat es nie gegeben! Wir schließen nicht aus, dass Rechtsradikale auch tierlieb sein können, nur letztlich schließt sich die Liebe zu Tieren, wie wir sie verstehen, alleine schon dann aus, wenn Lebewesen allgemein ausgeschlossen werden.

Kein Speziesismus und kein Rassismus – das ist ein einfach zu erfüllender Grundsatz, solange man nicht einer Ideologie folgt, die an Verachtung für das Lebewesen Mensch nicht zu überbieten ist.