Pressemitteilung: Strafanzeige gegen Umweltminister Wenzel aufgrund der Tötung von Wolf „Kurti“

Wolf 'Kurti'Aufgrund der Tötung des Wolfes „Kurti“ (MT6) am 27.04.16 stellt unsere Bundesvorsitzende Bettina Jung Strafanzeige gegen Herrn Stefan Wenzel. Nachfolgend der genaue Wortlaut der Strafanzeige:

„Hiermit stelle ich,
Bettina Jung, Bundesvorsitzende der Partei ETHIA, wohnhaft: Am Schulberg 15, 21279 Wenzendorf

Strafanzeige und Strafantrag
gegen Herrn Umweltminister Stefan Wenzel
wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, sowie gegen das Bundesnaturschutzgesetz und aller in Betracht kommenden Delikte.

Nachstehenden Sachverhalt unterbreite ich mit der Bitte um Prüfung auf dessen strafrechtliche Relevanz.

Am 27. 4. 2016 wurde ein Wolf des Munsteraner Rudels der Wolf („MT6“) in der Nähe von Bad Fallingbostel im Heidekreis auf Anordnung des Umweltministeriums Niedersachsen, dem Herr Umweltminister Stefan Wenzel vorsteht, erschossen.

Bei dem getöteten Tier handelte es sich weder um ein gebrechliches, krankes oder altes Tier, sondern um ein gesundes Wildtier, das zudem mit einem Sender versehen war.
Es ist nichts darüber bekannt, dass dieses Tier jemals einem Menschen gegenüber aggressiv auftrat. Auch die erhobenen Geometriedaten lassen keinen Schluss auf aggressives Verhalten gegenüber Menschen zu.
Bei einem angeblichen Vorfall, bei dem ein Hund bei einem Zusammenstoß angeblich mit „MT6“ verletzt wurde, konnte der Wolf abgewehrt werden, so dass der Hund nicht weiter zu schaden kam.
Dies spricht deutlich dafür, dass der getötete Wolf Menschen gegenüber nicht aggressiv auftrat, sich sogar verscheuchen ließ, was bei einem Beißvorfall unter Haushunden längst nicht immer möglich ist!
Der Wolf trug einen Sender, der bei dem angeblichen Zwischenfall seltsamer Weise offenbar nicht funktionierte, denn auf Nachfrage eines Parteikollegen konnte der Standort des Wolfes bei dem angeblichen Zwischenfall nicht ermittelt werden.
Ein Anfang März diesen Jahres hinzugezogener Experte aus Schweden (Jens Karlsson, er arbeitet für das Swedish Wildlife Damage Centre in Grimsö, laut Umweltministerium die einzige Institution in Europa, die über entsprechende Erfahrung mit Wölfen verfügt) der den Wolf vergrämen sollte, kam, aufgrund der deutichen Scheu von „MT6“, nicht an ihn heran.
Die Distanz, die ein Gummigeschoss benötigt, beträgt mindestens 200 Meter.
Diese wurde von dem betroffenen Wolf nie unterschritten!
Herr Karlsson bot jederzeit, sollte es Auffälligkeiten geben, seine umgehende Unterstützung an.
Sein abschließendes Urteil als absoluter Fachmann lautete :der Wolf erscheint ihm nicht gefährlich!
Ein weiteres Mal wurde Herr Karlsson vor Abgabe der Todesschüsse, entgegen der Absprache mit dem Umweltministerium, nicht hinzugezogen!

Es muss eine lückenlose Dokumentation des Falles anhand der Senderdaten erfolgen.
Noch kurze Zeit vor den tödlichen Schüssen sprach sich die gesamte Jägerschaft gegen die Tötung des Wolfes aus.
Aufgrund welcher nachgewiesener Verdachtsmomente („Gefahr im Verzug“?) wurde plötzlich polizeiliche Unterstützung angefordert?
War diese berechtigt?
Hätten sich die beauftragten Polizisten der Anordnung ohne Angst vor einer Dienstaufsichtsbeschwerde widersetzen können?
Welche Konsequenzen werden aus diesem Fall gezogen, um einen weiteren zu vermeiden?
Hat die Behörde, die den Wolf mit dem Sender ausstattete, versagt, denn diese erfolgte NACHDEM der Wolf angeblich auffälliges Verhalten gezeigt hat!
Ein besendertes Tier steht unter besonder Kontrolle und ganz besonderem Schutz, denn es bedeutet eine deutliche Einschränkung für ein Wildtier, einen solchen Sender am Halsband mit sich herum zu tragen.
Zusätzlich ist der getötete Wolf in der „Brut- und Setzzeit“, einer Zeit, in der Wildtiere einen ganz besonderen Schutz genießen, erschossen worden, obwohl er noch vor Kurzem mit einer Wölfin gesichtet wurde, was von Herrn Kalsson bestätigt wurde.
Ist abgesichert worden, dass diese Wölfin zum Zeitpunkt des Abschusses nicht von dem getöteten Wolf trächtig war?
Sie wird nämlich entsprechend des Wolfsverhaltens agieren, bei dem die laktierende Wölfin nicht zur Nahrungsaufnahme den Bau verlässt und auf die Versorgung des Männchens angewiesen ist!
In diesem Falle bedeutete die Tötung des Wolfes „MT6″ ein Todesurteil für den gesamten Wurf!

Gem. § 1 Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Gemäß § 39 Abs.1 Bundesnaturschutzgesetz ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Gegen beide Vorschriften verstößt die Anordnung des Ministers. Ich bitte daher um Aufnahme von Ermittlungen und Mitteilung des Aktenzeichens.

Bettina Jung“

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