Peter-Singer-Preis 2016

Peter-Singer-Preis 2016Am 23. April 2016, ausgerechnet dem Internationalen Tag gegen Tierversuche, wird ein zweites Mal der Peter-Singer-Preis verliehen. Peter Singer hält Tierversuche, von denen kranke Menschen profitieren (was bekanntermaßen mehr als zweifelhaft ist) für vertretbar und moralisch zulässig. Er gesteht nur den wenigsten Tieren ein Ich-Bewusstsein zu, daher sei es für die Tiere gleichgültig, zu welchem Zweck sie existieren. Kritiker unterstellen Singer, dass er sogar Versuche an geistig kranken Menschen für akzeptabel halte, da eine Unterscheidung zwischen Mensch und Tier speziesistisch sei.

Preisträgerin ist in diesem Jahr Ingrid Newkirk, Mitbegründerin und Präsidentin von PETA (people for the ethical treatment of animals). Ingrid Newkirk ist nicht unumstritten, da sie die Euthanasie von aufgenommenen Tieren befürwortet und als „Erlösung“ deklariert, auch wenn diese Tiere weder zu alt noch zu krank sind. Besonders ihr Vergleich der Tiere mit den Opfern des Holocaust brachte ihr jede Menge Kritik ein.

Unabhängig von Peter Singers Leistungen die Tierethik betreffend, ist er dennoch eine Person, die polarisiert. Auf Grund seiner Theorien zum Präferenzutilitarismus, dass das Glück des Einzelnen und der Gesellschaft wichtiger sei als alles andere, propagiert er die Möglichkeit, dass Eltern eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen glücklicher seien, wenn das Kind nach der Geburt getötet werde. Ein neugeborenes Kind sei sowieso noch keine Person, habe keine Selbstwahrnehmung und sei noch kein vollkommener Mensch.

Ein Grund, warum etliche Menschen mit und ohne besondere Bedürfnisse bei der ersten Preisverleihung 2015 in Berlin vehement gegen die Preisverleihung demonstrierten. Jeder dieser Menschen empfand sein eigenes Leben als wertvoll und erfüllt, unabhängig vom Grad der Beeinträchtigung.

Peter Singer, jüdischer Herkunft, dessen etliche Verwandten in den KZ des Naziregimes ein Ende fanden, stößt gerade deshalb bei vielen auf Unverständnis, da der Begriff „unwertes Leben“ eindeutig der Politik des 3. Reiches entspringt. Verwunderlich ist auch, dass Peter Singers Mutter, die an Alzheimer erkrankt ist und nie in diesem Zustand weiterleben wollte, von Peter Singer keine Sterbehilfe erfahren kann. Durch dieses Erleben räumt Singer aber auch ein, dass sich die Dinge ändern, wenn man den betreffenden Menschen liebt.

Die diesjährige Preisverleihung soll im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin stattfinden. Singer-Gegner fordern die Universität auf, für das Ereignis keine Räume zur Verfügung zu stellen. Diesem Ansinnen schließen wir, die Partei ETHIA, uns vollumfänglich an!